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Die Iams Company, ein internationaler Hersteller von Tiernahrung für Hunde
und Katzen, hat für eine an der Universität von Missouri durchgeführte alter-
native Studie zur Osteoarthritis bei Hunden, die ohne den Einsatz von Tieren
auskommt, fast eine halbe Million US-Dollar zur Verfügung gestellt.

Die Forscher am Institut für Vergleichende Orthopädie, einer Einrichtung der
tierärztlichen Fakultät an der Universität von Missouri, untersuchen Osteoarth-
ritis, eine degenerative Gelenkerkrankung, sowie weitere Erkrankungen des
Gelenkknorpels bei Hund, Pferd und Mensch. Die Forscher versuchen, mit so
wenig lebenden Tieren wie möglich zu arbeiten, erläuterte Derek Fox, stell-
vertretender Leiter des Instituts. Stattdessen werden die Untersuchungen an
In-vitro-Testsystemen, d. h. "im Reagenzglas" durchgeführt.

"Eines unserer ursprünglichen Ziele war, die Zahl der Tierversuche zu mini-
mieren," so Fox. "Hierdurch kann eine enorm hohe Anzahl von Tierleben
gerettet werden."

Dieses Ziel war der Anlass für die Iams Company, die Untersuchungen finan-
ziell zu unterstützen, sagte der Sprecher der Iams Company, Kurt Iverson.
Die Forschungen am Institut für Vergleichende Orthopädie passen zu der Phi-
losophie der Iams Company, den Tierschutz zu fördern, erklärte
Iverson weiter.



Das Institut erhält von Iams eine Summe von $ 461.203, verteilt auf fünf Ja-
hre. Mit dem Geld werde eine neue Assistenzprofessur eingerichtet, berich-
tete Institutsdirektor James Cook.

An dem Institut seien etwa 20 Wissenschaftler beschäftigt, die mit anderen
Forschern in den USA zusammenarbeiteten und auch Beziehungen zu ver-
schiedenen größeren medizintechnischen Unternehmen unterhielten, so
Cook. Wie er weiter erläuterte, kann die Osteoarthritisforschung auf dreier-
lei Weise erfolgen. Eine Methode sei die Beobachtung von Patienten, die
bereits an Osteoarthritis leiden. Bei der zweiten Methode werde die Erkran-
kung an lebenden Tieren hervorgerufen, um sie anschließend zu erforschen.
Die dritte Methode sei die Nutzung des In-vitro-Modells.

Für die In-vitro-Untersuchungen züchten die Forscher Zellen und Gewebe und
untersuchen ihre Reaktionen im Reagenzglas unter unterschiedlichen Bedin-
gungen. Unter anderem, so Cook, sei es möglich, im Reagenzglas die Bedin-
gungen einer Gelenkentzündung zu erzeugen und die Belastungen zu simu-
lieren, die bei körperlicher Aktivität auf Zellen und Gewebe einwirken. Unter-
sucht werde aber nicht nur, wie die Zellen auf unterschiedliche Bedingungen
reagieren, sondern auch, welchen Einfluss Therapeutika haben.

Das Institut der Universität von Missouri ist eine von mehreren Forschungs-
einrichtungen in den USA, die die Osteoarthritis am In-vitro-Modell erfor-
schen. Dennoch, so Cook, sei sein Institut einzigartig, da die Resultate der
In-vitro-Studien mit anderen Forschungsergebnissen verglichen würden.
Ohne einen solchen Vergleich seien die Ergebnisse nur eingeschränkt zu
beurteilen und entsprächen vielleicht nicht der Wirklichkeit.

Obwohl ein Verzicht auf Tierversuche nicht immer möglich sei, so Fox, hätten
die alternativen In-vitro-Untersuchungen mehrere Vorteile. Abgesehen da-
von, dass keine Tiere benötigt würden, entsprächen sie eher der Ethik. Zu-
dem seien die Kosten geringer als bei anderen Forschungsvorhaben.

"Nicht nur Hunde profitieren von unseren Forschungen. Die Krankheitspro-
zesse verlaufen bei Hunden ganz ähnlich wie beim Menschen," sagte Fox.
Deshalb nutzen Forschungen zur Osteoarthritis beim Hund auch
dem Menschen.

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