P & G                                                                                         19. November 2004



Ms. Mary Beth Sweetland
Senior Vice President
Director, Research & Investigations Department
People for the Ethical Treatment of Animals
501 Front Street
Norfolk, VA 23510



Sehr geehrte Frau Sweetland,

wir nehmen Bezug auf den Brief von Herrn Shalin Gala von PETA vom 1. November 2004,
in dem es um die Iams Studie an der Universität von Purdue geht. Die genannte Studie
untersucht den Einfluss einer Nahrung mit ausgewählten mehrfach ungesättigten Fettsäuren
(PUFAs) auf die Inaktivätsatrophie von Knochen und Muskeln, die z. B. durch einen
Schienenverband oder die erforderliche Ruhigstellung nach Einsetzen einer Hüftgelenks-
prothese hervorgerufen wird.

Die Inaktivitätsatrophie von Knochen und Muskeln, die entsteht, wenn ein Hund eine Glied-
maße nicht benutzen kann, stellt heute in der Tiermedizin ein bedeutendes Problem dar.
Sie kann nach Operationen, wie z. B. einem Hüftgelenkersatz, auftreten oder sich als
chronischer Prozess bei einem alternden, weniger aktiven Hund entwickeln. Unsere
derzeitigen Forschungsaktivitäten sollen prüfen, ob eine mit mehrfach ungesättigten
Fettsäuren angereicherte Nahrung eine Inaktivitätsatrophie beim Hund verhindern kann.

Die von Herrn Gala zitierte Literatur zu diesem Thema ist uns selbstverständlich bekannt.
Und gerade aufgrund dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse sind wir davon überzeugt,
dass sich durch eine PUFA-reiche Ernährung eine Inaktivitätsatrophie positiv beeinflussen
lässt. Widersprechen müssen wir allerdings Herrn Galas Schlussfolgerung, unsere
spezifischen Fragestellungen seien bereits durch andere Studien beantwortet. So ist
beispielsweise der Wirkmechanismus der mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf die
Atrophie von Knochen und Muskulatur bis heute nicht geklärt. Zudem gibt es eine Vielzahl
verschiedener ungesättigter Fettsäuren und bislang wissen wir nicht, welche Mengen oder
welche Kombinationen an ungesättigten Fettsäuren die beste Wirkung entfalten. Dies ist
jedoch immens wichtig, da ungeeignete Mengen oder eine falsche Zusammensetzung an
ungesättigten Fettsäuren nachgewiesenermaßen nachteilige Effekte haben.

Ziel der an Mäusen durchgeführten Studie an der Universität von Purdue ist, die Wirkungs-
mechanismen von mehrfach ungesättigten Fettsäuren bei Inaktivitätsatrophie aufzuklären.
Ferner soll herausgefunden werden, welche spezifischen Fettsäuren die beste Wirkung haben
und wo die optimale Menge in der Nahrung anzusetzen ist. Durch die Tests mit Mäusen können
wir die klinischen Studien begrenzen, die später mit Hunden durchgeführt werden. Für diese
benötigen wir Hunde, die eine größere Operation (z. B. einen Hüftgelenkersatz) durchgestanden
haben und in tierärztlichen Praxen und Kliniken rekrutiert werden müssen. Deshalb halten wir
es für das Beste, die Anzahl der Testdiäten zu begrenzen und nur die Nahrungen auszuwählen,
die den besten Erfolg versprechen. Dies stellt gleichzeitig sicher, dass die an den klinischen
Studien teilnehmenden Hunde von der verabreichten Diätnahrung gesundheitlich profitieren.

Momentan gibt es keine Alternativen zu solchen Studien an Tieren, mit deren Hilfe der Wirk-
mechanismus, die Identifizierung der effektivsten Fettsäuren und der wirksamen Mengen möglich
wäre. Wir wollen nicht die direkten Wirkungen der mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf
einzelne Muskel- oder Knochenzellen erforschen, sondern die positiven Wirkungen einer mit
mehrfach ungesättigten Fettsäuren angereicherten Nahrung auf die Inaktivätsatrophie.
Ein künstliches System kann weder die Komplexität der biologischen Effekte einer solchen
Ernährung noch die wechselseitige Beeinflussung von Muskulatur und Knochen bei einer
Inaktivitätsatrophie nachahmen.

Auf meinen Wunsch hin hat Dr. Len Sauers die Universität von Purdue persönlich besucht
und die in der Studie eingesetzten Mäuse beobachtet. Er hat bestätigt, was wir vorher wussten:
Der Umgang mit den Tieren ist nicht inhuman. Wie alle Forschungsaktivitäten bei Iams wird
auch diese Studie engmaschig bis zu ihrem Ende überwacht werden.

Die Inaktivitätsatrophie stellt in der heutigen Tiermedizin ein wichtiges Problem dar. Wir glauben,
dass wir mit unseren Forschungen unserer Verpflichtung gerecht werden, Produkte zu entwickeln,
die die Gesundheit und das Wohlbefinden von Hunden fördern.

Mit freundlichen Grüßen

Barbara J. Slatt

CC: Mr. Shalin Gala – PETA